24. Juli 2021

Selektion Weltcup 2021

(Bericht von Mireille Gisler)

Bei der Swiss Orienteering Week, die vom 17. bis 24. Juli in Arosa stattfand, waren zwei Etappen ebenfalls Testläufe für die Nati-Kaderläufer und Läuferinnen. Nach den Testläufen hat das Selektionsgremium von Swiss Orienteering die Schweizer Delegation für die anstehende Weltcuprunde in Idre Fjäll (Schweden) vom 12.-15. August 2021 bekanntgegeben. Im Norden Schwedens findet am Donnerstag, 12. August die Langdistanz statt. Weiter geht es mit einer Mitteldistanz am Samstag, 14. August, sowie einer Staffel am Sonntag, 15. August. 

Das Schweizer Team hatte dabei bei den Einzeldisziplinen jeweils acht Startplätze zur Verfügung. Einer der acht Startplätze in der Disziplin Mitteldistanz ging an die Seedorferin Deborah Stadler. Somit tritt die Urnerin am Weltcup über die Mitteldistanz sowie an der Staffel für die Schweiz an. Eigentlich sei der Sprint in der Stadt ihre Spezialität. Doch in den letzten Jahren konnte sie technisch gute Fortschritte erzielen und wurde auch im Wald stärker. Dadurch fühle sie sich in allen Disziplinen wohl.

Auf die Frage, wie sich Deborah Stadler auf die Selektionsläufe vorbereitet hat antwortet sie: „Grundsätzlich habe ich das Training wie bisher weitergezogen. Dann habe ich aber das Training noch etwas spezifischer gestaltet mit schnelleren Einheiten und einigen OL-Trainings in ähnlichem Gelände als Vorbereitung. Und dann kam noch die technische Vorbereitung hinzu wo ich mich mit alten Karten und Bildmaterial aus dem Internet spezifisch vorbereitet habe. Zudem ging ich vor den Wettkämpfen 5 Tage vorher nach Arosa um mich auf die Höhe vorzubereiten und einige OL-Trainings in der Umgebung zu machen.“ Natürlich fordert auch der anstehende Weltcup eine gute Vorbereitung. Auch dafür bereitet sie sich gut vor. Sie wird schon 2 Wochen früher nach Schweden reisen um dort noch einige Trainings vor Ort zu absolvieren. Als Vorbereitung um besser mit dem Gelände vertraut zu werden. Zudem war sie vor einem Jahr schon in derselben Region daher kennt Deborah dieses Gelände bereits. „Aber für mediterrane OL-Läufer ist das nordische Gelände immer etwas schwieriger, daher ist es wichtig viele Erfahrungen darin zu sammeln, damit man den Nordländer in ihrem Gelände Parole biete kann“ meint die Seedorferin mit einem Augenzwinkern.

Da sie diesen Frühling länger verletzt war, konnte sie einige Monate nicht rennen. Stattdessen trainierte sie alternativ mit dem Velo oder Aquajogging, sowie auch Krafttraining und Alter-G (ein spezielles Laufband in welchem die Gravitation reduziert werden kann) dazu. Durch ihre Verletzung hatte sie auch einige wichtige Wettkämpfe wie das ursprüngliche Saisonziel die Heim-EM in Neuchâtel verpasst. Daher war es für sie wieder ein herantasten wie ihre Form ist. Das machte es für Deborah schwierig, ihre Form im Vergleich einzuordnen. „Es hat mich aber gut gestimmt, dass ich in den letzten 2 Monaten wieder gut trainieren konnte und ich dadurch wusste, dass ich in dieser Hinsicht wieder zurück bin.“ Ob sie mit der Selektion rechnen konnte, antwortet sie: „Schlussendlich war ich sehr zufrieden mit meinen Leistungen an den Selektionsläufen. Es war aber umso schöner zu sehen als ich dann bei den Selektionen gesehen habe, dass es gereicht hat. Gerade auch nach dem schwierigen Frühling ist das eine grosse Genugtuung für mich.“  

Deborah Stadler betreibt Spitzensport, dadurch sind natürlich auch viele Kosten verbunden, wie zum Beispiel dieser Weltcup in Schweden. Sie hat das Glück von der OLG KTV Altdorf und vom Kanton Uri finanziell unterstützt zu werden. Damit kann sie einen gewissen Teil der Ausgaben decken. Für den restlichen Betrag kommt ihre Familie auf, die ihr den Spitzensport dadurch ermöglicht. Gerade weil sie noch am Studieren ist und die Kapazität dafür einfach fehlt.

Deborah studiert nebenbei noch Ingenieurgeologie an der ETH Zürich. Sie sagt, sie habe den Vorteil, dass sie bereits im Master gegen Ende des Studiums sei, was ihr das Koordinieren von Sport und Studium erleichtert. Da nicht mehr alles strikt vorgeschrieben sei und dies ihr dadurch mehr Freiheiten ermöglicht. Das pandemiebedingte Homeoffice war für sie ein Vorteil. Dadurch dass alles Online stattgefunden hat, war sie flexibler in der Planung. So konnte sie besser aufs Training und Trainingslager Rücksicht nehmen. Zudem fiel der tägliche Weg an die ETH weg, was ihr zusätzlich Zeit verschafft hat. Trotzdem gibt es Tage an denen sie sehr ausgelastet sei, da ist sie jeweils auch sehr froh, wenn wieder etwas Ruhe eintrifft. „Aber ich bin sicherlich auch jemand der gerne beschäftigt ist und viele verschiedene Sachen macht. Daher kann ich eigentlich gut damit Umgehen.“ meint Deborah.