VereinSPORTrait 2020

(Portrait von Mireille Gisler für das Urner Wochenblatt)

Die seit 1987 bestehende OLG KTV Altdorf ist ein Verein für Jung und Alt. Sie zählt insgesamt 143 Mitglieder, egal ob man OL als Leistungssport treiben möchte oder nur als Freizeitbeschäftigung. Deborah Stadler aus Seedorf hat sich für den Leistungssport entschieden, aber die 23-jährige ist nicht die Einzige die auf diesem Weg gelandet ist. Vor ihr war auch Simon Hodler, einer der stärksten OL-Junioren zu seiner Zeit, ebenso im Nationalkader. Dieses Jahr ist unser Verein mit drei weiteren OL-Läuferinnen im Zentralschweizer OL Nachwuchskader (kurz ZesOLNak) vertreten. Auch Deborahs erster Schritt war das ZesOLNak, sie war 6 Jahre Athletin und legte damit einen guten Grundstein für ihre weitergehende OL-Karriere, in der sie schon viel erreicht hat. Ihr persönlich grösster Erfolg ist das Weltcup Finale 2018 in Prag, der 19. Platz im Sprint Knock-out war ihr Highlight.

Die OLG unterstützt nicht nur Deborah, welche an der Spitze läuft, sondern auch den Nachwuchs welcher noch zur Spitze will. Da für viele Mitglieder die OLG nicht nur ein Sportverein ist, engagieren sie sich aktiv im Vereinsleben.

Sei es als Mithilfe an der Lagerplanung, als Postensetzer*in, als Nachwuchstrainer*in, als Organisator*in oder als Vorstandsmitglied. Die gesamte Vereinsarbeit ist ehrenamtlich.

Aufgrund des Coronavirus hat sich nicht nur das Leben für die ganze Bevölkerung verändert, sondern auch für das Vereinsleben der OLG. Wir mussten Veranstaltungen, welche fester Bestandteil unseres Jahresprogramms sind, absagen. Dazu zählt auch unsere Vereinsmeisterschaft oder die jährlich im April stattfindenden Urner OL-Cups und die damit verbundenen sCOOL-Cups, eine der grössten Laufveranstaltungen im Kanton Uri. Dies ist alljährlich eine gute Möglichkeit für die Öffentlichkeit OL-Luft zu schnuppern, welche sehr gut genutzt wurde. Auch Deborahs erster OL war 2006 an einem Urner OL-Cup im Bodenwald.

Die aktiven OL-Läufer*innen können jetzt jedoch nicht in den Stand-by-Modus schalten, das selbständige Training geht weiter. Zum Glück sind OL-Läufer privilegiert ohne grosse Infrastruktur trainieren zu können. Das findet auch Deborah einen praktischen Vorteil. Zum grössten Teil ist OL sowieso ein Einzelsport, jedoch gibt es auch Disziplinen welche als Team oder in Staffelformationen gelaufen werden. Die meisten trainieren jedoch alleine aber ein gemeinsames Training motiviert zusätzlich. Einige Trainingsarten sind in der Gruppe einfacher und besser durchzuführen, zum Beispiel das sogenannte Intervalltraining. Aufgrund der Sicherheitsmassnahmen des Bundes ist auf das gemeinsame Joggen zu verzichten, Längerfristig kann so das Training auch mal öde werden und die Motivation leidet vor allem bei den Jugendlichen. Auch für den Nachwuchs kann das wöchentliche Training, sowie das Frühlings-Weekend anfangs Mai nicht stattfinden. Nicht nur in unserem Verein wurden Läufe und Trainings abgesagt, der ganze Frühling bleibt für die OL-Läufer Wettkampffrei. Für Deborah ist dies das grösste Problem und zieht die ganze Umstrukturierung der Saisonplanung mit sich. Sie hatte das Meiste der diesjährigen Saison schon geplant und organisiert, was praktisch alles abgesagt wurde. Ihre internationale Saison wird dieses Jahr nur aus der WM, die vom Juli in den Oktober verschoben wurde bestehen. Dadurch wird ihr Grundlagentraining etwas länger als geplant dauern.